Vor dem Umzug in den Süden stand zuerst mal die Wohnungssuche an. Da wir in Erwartung unseres Nachwuchses noch eine kleine Zwangspause in Deutschland hatten, hatten wir hier komfortabel viel Zeit, das Thema anzugehen. Natürlich stand zuallererst die Frage im Raum, wohin man zuerst ziehen sollte. Uns war klar, daß wir sicher nicht auf Anhieb die Traumwohnung finden würden und ein Kauf kam für uns absolut noch nicht in Frage. Wohin zieht man also mit Kind, wenn man nach Mallorca auswandert?
Mallorca bietet auf nur etwa 80 x 80 km Inselfläche ausreichend Platz und Möglichkeit, fast jedes Lebenskonzept zu verwirklichen. Man kann sich in einer alten, günstigen Finca als Hippie mit Hanfanbau, Sonnendusche und eigenem Olivengarten verwirklichen, mondän auf einer 300 m hohen Klippe in einer Villa residieren oder in einer Stadtwohnung in Palma mediteranes Stadtleben genießen. Alles nur eine Frage des Lebensentwurfes, eigener Prioritäten und zuletzt des lieben Geldes.
Für uns war das eine ziemlich leichte Entscheidung: Wir wollten vorerst nicht irgendwo in die Pampa rausziehen, weil uns soziale Kontakte, nahe Kinderbetreuung und gute Einkaufsmöglichkeiten zu Fuß wichtig waren. So verführerisch also die vielen, auch oft sehr günstigen Angebote für “Traumfincas” zur Langzeitmiete sind und waren, war uns klar, daß uns ein Landleben den Alltag den Anfang nicht gerade vereinfachen würde. Außerdem sind wir auch Altbau-Fans und wollten, wenn schon in der Stadt, zentral wohnen. Und da wir nicht Millionen in Hedgefonds liegen haben, musste auch das Preis-Leistungsverhältniss stimmen.
Wir haben uns also erstmal bei der Wohnungssuche auf das Zentrum Palmas konzentriert, in der Hoffnung, hier was schönes und bezahlbares zu finden.
Ich bin dann schwangerschaftsbedingt erstmal alleine vorgeflogen, um mich als “Pionier” durch den Wohnungsmarkt Palmas zu schlagen. Bewaffnet mit Kamera, Laptop und der Nummer einer netten Maklerin bin ich dann durch die Altstadt Palmas gezogen. Das Ergebniss gab Anlass zur Hoffnung: Durch die Immobilien-, Banken-, Wirtschafts- und Baukrise, jetzt noch flankierend verschärft durch die Griechenland- und EU-Krise, gab es eine Vielzahl hübscher Wohnungen zu recht passablen Konditionen, fast zuviel Angebot für die kurze Zeit. man kann aber momantan mit ca. 8 Euro/ qm in Palma für eine passable Altbauwohnung mit guter Ausstattung rechnen, es geht aber auch billiger und für hochwertig ausgebaute Objekte auch erheblich mehr.
Hier ist eines klar geworden: Wer nicht fließend spanisch spricht, dem helfen lokale Anzeigen in den üblichen Tageszeitungen kaum weiter. Mir wurde sogar mehrfach einfach der Hörer hingeschmissen, obwohl ich bereits Grundkenntnisse hatte und mir vor den Gesprächen die “richtigen” Fragen auf Spanisch herausgesucht hatte.
Die üblichen deutschen Makler & Makler Immobilienbüros auf Mallorca sind da zwar sicher sehr zuvorkommend und hilfreich, aber nur, wenn man sich für Wohnungen jenseits der 1600 Euro/ Monat-Marke bewegt und gerne 6 % Provision für diesen Service bezahlen möchte.
Zum Glück hat mir ein Freund eine freiberufliche, deutsche Maklerin vorgestellt, die mir nicht nur blitzschnell einige wunderbare Objekte in nur 2 Tagen gezeigt hat, sondern dafür auch nur 1000 Euro pauschal verlangt hat. Gut investiertes Geld, auch im nachhinein.
Wir haben uns dann kurzfristig für eine sehr hübsch gelegene Wohnung im Herzen Palmas an der Placa de la Reina direkt an der Kathedrale entschieden. Nur 5 Minuten vom Meer entfernt bietet dieses Viertel Palmas alles in Fußweite, was Palma schön und schillernd macht.
Die Wohnung hat tollen Ausblick, Aufzug und, was wir heute sehr zu schätzen wissen, Zentralheizung. Preislich war die Wohnung im Vergleich etwas zu teuer, aber okay, wir wollen hier ja vorerst nur mal ankommen und dann weitersehen.
Was die Wohnungssuche auf Mallorca anging also erstmal alles paletti, es konnte ans einpacken gehen.