Umzug nach Mallorca über Barcelona

Januar 17th, 2012

Meine Umzugs-Route führte vom Bodensee durch die Schweiz weiter nach Südfrankreich, wo ich dann nach etwa 10 Stunden Fahrt in Montpellier eine Übernachtung eingelegt haben. Am nächsten Morgen ging es dann frisch und ausgeruht weiter nach Barcelona. Abgesehen von der abschreckend miesen Beschilderung zum Fährhafen in Barcelona gab es keine besonderen Hindernisse und nachdem ich mein Fährticket erworben hatte, standen erstmal 8 Stunden Stadtbesichtigung in Barcelona als Entschädigung an.

Die Autofähren Barcelona-Palma fahren täglich ab ca. 23 Uhr, die Strecke wird von zwei Linien bedient, die in etwas gleichviel kosten (ca. 180 Euro für mich und den Bus, hier zahlt sich der Verzicht auf den Sattelschlepper aus…).  Eine Schnellfähre gibt es seit 2007 nicht mehr, die Überfahrt dauert ca. 7 Stunden.

Die ruhige Überfahrt nach Palma (mit Kabine) war auch kein großes Ding, am nächsten Tag um 7:00 uhr morgens stand ich bereits mit dem VW-Bus in Palma vor der Wohnung, wo mich ein dann doch erstaunt dreinblickender Vermieter freundlich empfing. Unsere Sachen wurden dann ruckzuck per Lift hochgeräumt. Es war dann nach getaner Arbeit kurz ein durchaus bewegendes Gefühl, hier nun in einer eigenen Wohnung mit unseren Möbeln zu stehen und “angekommen” zu sein.

Alles in allem hat uns der Transport mit Mautgebühren, Diesel, Übernachtung und Fähre etwa 600 Euro gekostet. Das sind etwa 800 Euro weniger, als die Spedition angeboten hatte und ich kam in den Genuss einer schönen Überfahrt in einem rumpeligen VW-Transporter, die ein ganz anderes Gefühl für die zurückgelegte Distanz vermittelt als ein Flug.

Ich bin dann erstmal ans Meer gelaufen, habe mir im Cafe PESCERO am Hafen einen Kaffee bestellt und die nächsten Tage geplant, die ich auf die Ankunft meiner Familie wartend noch vor mir hatte. Und da war einiges zu tun…

Nützliche Links:

Autofähre Barcelona-Palma

Mehrere Fähranbieter auf einen Blick

 

 

 

Umzug nach Mallorca, Einpacken

Januar 17th, 2012

Nachdem wir also für den Anfang auf Mallorca wohnungsmäßig versorgt waren, ging es nun an den konkreten Umzug. Innerhalb Deutschlands wäre das keine große Sache: Zusammenpacken, Transporter mieten, zur neuen Wohnung fahren und ausräumen. Aber wir ziehen ja ins Ausland und das für eine unbestimmte Zeit. Und auch wenn wir innerhalb der EU umziehen, die gleiche Währung haben und jede Innenstadt zwischen Stockholm und Athen die gleichen Ladenketten beheimatet, ist es eben immer noch Ausland.

Wir haben uns vor dem Umzug, was Möbel und persönliche Besitztümer angeht, auf ein absolut nowendiges Minimum reduziert. Ein VW-Transporter voll Sachen, mehr sollte nicht mit. Wer sich Auswanderer-Serien ansieht, muss fremdschämend ansehen, wie Menschen mit ganzen Sattelschleppern voll Hausrat nach Norwegen an einen einsamen Gletschersee ziehen. Wir versuchen das gegenteilige Extrem: Nur mitnehmen, was unbedingt mit muss. Immerhin sind kanpp 1400 km auf der Straße und nochmal 300 km Seeweg zu bewältigen.

Wir ziehen also so um, wie wir reisen: Das ist so kleines Ehrgeiz-Ding, das wir pflegen. Wir reisen für 6 Wochen und nehmen nur Handgepäck mit. Duschgel gibts auch in Namibia, Jeanshosen auch in Hong-Kong. Warum also mit 50 Kilo Gepäck und Herzrasen am Check-In auf Gnade hoffend warten, statt einfach online einchecken und losdüsen?

Wir wandern also sozusagen mit Handgepäck aus. Das bedeutet, daß wir erstmal alle unnötigen Möbel und Utensilien in Deutschland verschenken, verkaufen, bei Freunden und Familie unterstellen oder zum Sperrmüll-Hof bringen. Um eine Strategie zu haben, galt: Nix von IKEA kommt mit. Da wären die Transportkosten höher als der Neuwert, also weg mit Billy, Hermes und co. Es bleiben: Unsere Kleidung, einige teure, kompakte Möbelstücke und Dinge, von denen wir uns sentimentalen Gründen nicht trennen können. Alles andere gibt es auf der insel zu kaufen, wer wenig Geld hat, kann sich die Sachen gebraucht besorgen. Die hohe Fluktuation auf der Insel hilft hier, nicht wenige Leute verschenken ihren gesamten Hausrat, bevor sie die Insel wieder verlassen. Und das sind nicht wenige, wie wir bald herausfinden werden…

Damit das wirklich alles auch passt, haben wir mit Klebeband auf dem Schlafzimmerboden die Grundfläche unseres Transporters nachgezeichnet und die entsprechende Höhe an der Wand markiert. Dann haben wir in einem Vorgang, den man als “Möbel-Tetris” bezeichnen könnte, so lange alles ineinandergeschachtelt, bis das Volumen bis auf den letzten Kubik-Millimeter gefüllt war. Anschließend haben wir alles der Reihe nach exakt so in den VW-Bus gepackt  und es hat perfekt geklappt. Ab in den Süden!

PS.: Den undankbaren Job des Möbelfahrers hatte ich natürlich alleine, unsere Tochter hatte vor wenigen Wochen das Licht der Welt erblickt und durfte unter Begleitung ihrer Mutter komfortabel per Airberlin nachreisen, die keine Sekunde lang einen Hehl daraus machte, daß sie diese Aufteilung sehr angenehm fand.

 

 

Auf Mallorca leben- Stadt oder Land?

Januar 17th, 2012

Vor dem Umzug in den Süden stand zuerst mal die Wohnungssuche an. Da wir in Erwartung unseres Nachwuchses noch eine kleine Zwangspause in Deutschland hatten, hatten wir hier komfortabel viel Zeit, das Thema anzugehen. Natürlich stand zuallererst die Frage im Raum, wohin man zuerst ziehen sollte. Uns war klar, daß wir sicher nicht auf Anhieb die Traumwohnung finden würden und ein Kauf kam für uns absolut noch nicht in Frage. Wohin zieht man also mit Kind, wenn man nach Mallorca auswandert?

Mallorca bietet auf nur etwa 80 x 80 km Inselfläche ausreichend Platz und Möglichkeit, fast jedes Lebenskonzept zu verwirklichen. Man kann sich in einer alten, günstigen Finca als Hippie mit Hanfanbau, Sonnendusche und eigenem Olivengarten verwirklichen, mondän auf einer 300 m hohen Klippe in einer Villa residieren oder in einer Stadtwohnung in Palma mediteranes Stadtleben genießen. Alles nur eine Frage des Lebensentwurfes, eigener Prioritäten und zuletzt des lieben Geldes.

Für uns war das eine ziemlich leichte Entscheidung: Wir wollten vorerst nicht irgendwo in die Pampa rausziehen, weil uns soziale Kontakte, nahe Kinderbetreuung und gute Einkaufsmöglichkeiten zu Fuß wichtig waren. So verführerisch also die vielen, auch oft sehr günstigen Angebote für “Traumfincas” zur Langzeitmiete sind und waren, war uns klar, daß uns ein Landleben den Alltag den Anfang nicht gerade vereinfachen würde. Außerdem sind wir auch Altbau-Fans und wollten, wenn schon in der Stadt, zentral wohnen. Und da wir nicht Millionen in Hedgefonds liegen haben, musste auch das Preis-Leistungsverhältniss stimmen.

Wir haben uns also erstmal bei der Wohnungssuche auf das Zentrum Palmas konzentriert, in der Hoffnung, hier was schönes und bezahlbares zu finden.

Ich bin dann schwangerschaftsbedingt erstmal alleine vorgeflogen, um mich als  “Pionier” durch den Wohnungsmarkt  Palmas zu schlagen. Bewaffnet mit Kamera, Laptop und der Nummer einer netten Maklerin bin ich dann durch die Altstadt Palmas gezogen. Das Ergebniss gab Anlass zur Hoffnung: Durch die Immobilien-, Banken-, Wirtschafts- und Baukrise, jetzt noch flankierend verschärft durch die Griechenland- und EU-Krise, gab es eine Vielzahl hübscher Wohnungen zu recht passablen Konditionen, fast zuviel Angebot für die kurze Zeit. man kann aber momantan mit ca. 8 Euro/ qm in Palma für eine passable Altbauwohnung mit guter Ausstattung rechnen, es geht aber auch billiger und für hochwertig ausgebaute Objekte auch erheblich mehr.

Hier ist eines klar geworden: Wer nicht fließend spanisch spricht, dem helfen lokale Anzeigen in den üblichen Tageszeitungen kaum weiter. Mir wurde sogar mehrfach einfach der Hörer hingeschmissen, obwohl ich bereits Grundkenntnisse hatte und mir vor den Gesprächen die “richtigen” Fragen auf Spanisch herausgesucht hatte.

Die üblichen deutschen Makler & Makler Immobilienbüros auf Mallorca sind da zwar sicher sehr zuvorkommend und hilfreich, aber nur, wenn man sich für Wohnungen jenseits der 1600 Euro/ Monat-Marke bewegt und gerne 6 % Provision für diesen Service bezahlen möchte.

Zum Glück hat mir ein Freund eine freiberufliche, deutsche Maklerin vorgestellt, die mir nicht nur blitzschnell einige wunderbare Objekte in nur 2 Tagen gezeigt hat, sondern dafür auch nur 1000 Euro pauschal verlangt hat. Gut investiertes Geld, auch im nachhinein.

Wir haben uns dann kurzfristig  für eine sehr hübsch gelegene Wohnung im Herzen Palmas an der Placa de la Reina direkt an der Kathedrale entschieden. Nur 5 Minuten vom Meer entfernt bietet dieses Viertel Palmas alles in Fußweite, was Palma schön und schillernd macht.

Die Wohnung hat tollen Ausblick, Aufzug und, was wir heute sehr zu schätzen wissen, Zentralheizung. Preislich war die Wohnung im Vergleich etwas zu teuer, aber okay, wir wollen hier ja vorerst nur mal ankommen und dann weitersehen.

Was die Wohnungssuche auf Mallorca anging also erstmal alles paletti, es konnte ans einpacken gehen.

 

Warum Mallorca?

Januar 17th, 2012

Okay, wir geben es zu: Nach Mallorca auszuwandern ist weder eine besonders kreative Idee und dazu noch mit einer gefühlten Trilliarde Klischees von singenden Königen, windigen Unternehmern und angeblich weltweit erfolgreichen Maklern behaftet, die deutschen Wohnzimmer-Bewohnern von Privatsendern täglich frisch in Erfüllung ihres Bildungsauftrages auf den Bildschirm geliefert werden.

Hinzu kommt, daß Mallorca auf den ersten Blick weder ganz besonders hübsch ist noch man sich hier rühmen kann, an einen besonders exotischen, fernen Ort ausgewandert zu sein. Ja, es stimmt: Auswandern nach Mallorca ist “Auswandern light”, besonders für Deutsche. Damit müssen wir leben!

Denn hier ist alles einfach, kompakt und überschaubar: Der Flugplatz liegt nur 10 Minuten von Zentrum Palmas entfernt und die Insel ist bestens ausgebaut. Palma bietet jede Annehmlichkeit einer europäischen Mittel- oder Großstadt, kombiniert mit fast schon penetrant gutem Wetter und einem tollen Umland. Keine uns wichtige Stadt Europas ist weiter als 2 Flugstunden entfernt, ein Termin in Zürich kann sogar ohne Stress an einem Tag gemacht werden, inklusive Hin- und Rückflug.

Für uns war diese schnelle und extrem gute Anbindung an das Festland neben der guten Kinderbetreuung DER Pluspunkt für Mallorca, vor allem, weil wir Kinder, Freunde und Familie, die in Deutschland leben, regelmäßig und schnell sehen können wollen. Das man zudem auf Mallorca auch mit geringen Spanischkenntnissen Arbeit und sozielen Anschluss finden kann, ist für uns nicht ganz so relevant, aber gibt einem zusätzlich Sicherheit. Zum Thema Sprache später noch mehr…

In Spanien gibt es zudem weitaus geringeren “Mutterschutz” als in Deutschland, was dazu führt, daß Frauen sehr bald nach einer geburt wieder arbeiten gehen (müssen). Dafür ist aber das Angebot an Grippen und Kindergärten extrem vielfältig, dicht gesäht und kostengünstig. Unsere Tochter wird hier bereits mit 11 Monaten in den Kindergarten gehen können. Auch ein definitiver Pluspunkt der für Spanien spricht.

Wir geben also hiermit offen zu: Wir sind keine Hardcore-Auswanderer, wollen nicht den spanischen Immobilienmarkt via VOX aufmischen, wir singen keine Schlager und werden auch nie bei RTL zu sehen sein. Wir sind ganz normale Europäer, die an einen anderen Ort umziehen, schlicht weil es ihnen dort gefällt, eine neue Umgebung lockt und weil das Wetter hier besser ist als dort. So als ob ein Amerikaner von San Franzisco nach New York zieht. Aber weil wir eben nicht in den USA sind sondern immer noch in der EU, ist das immer noch ein kleines Abenteuer.

Und ob es “für immer” ist? Das kann keiner sagen, wir haben vorläufig keinen Exit-Plan oder keine konkrete Zielsetzung. Wir bleiben hier, solange es uns hier gut geht.

 

Warum Auswandern?

Januar 17th, 2012

Okay, ich habe eigentlich vorgehabt, diesen Blog hier direkt auf der Insel beginnen zu lassen und breche diesen Vorsatz hiermit offiziell  gleich direkt in meinem ersten Beitrag. Die Vorgeschichte ist eben doch ein wichtiger Faktor und das Auswandern beginnt in der alten Heimat und im alten Leben. Deshalb gleich doch hier und jetzt ein paar Anmerkungen zur Vorgeschichte, die ich sicher noch um den einen oder anderen Punkt ergänzen werde. Sorry!

Wer den festen Vorsatz fasst, ins Ausland zu ziehen, wird erstmal feststellen, wie sehr dieses Thema bei Familie, Freunden und Bekannten polarisiert und einschlägt. Mit dem Satz “Übrigens, wir wandern in 3 Monaten aus!” sprengt man jeden Grillabend mit Freunden, garantiert! Die Reaktionen reichen von totaler Begeisterung bis hin zu kompletten Unverständniss und oftmals werden die anschließeneden Debatten durchaus sehr persönlich geführt. Man sollte also über ein gutes Argumentationsfundament und ein gutes Selbstbewußtsein verfügen, bevor man sich als zukünftiger Auswanderer “outet”.

Die erste Frage ist natürlich im Grunde immer irgendeine Variante des Wortes “Warum?”.

Bei uns war das so:

Wir sind beide selbstständig im Online-Bereich tätig und daher nahezu ortsungebunden in der Aussübung unseres täglichen Broterwerbs. Wir lieben es, für uns neue Kulturen und Länder möglichst hautnah zu erleben, was sich am besten dadurch bewerkstelligen läßt, daß man eine Weile dort lebt.Wir hatten zudem beide Lust, eine neue Sprache perfekt zu erlernen.

Auch haben wir beide jeweils schon mehrjährig im Ausland gelebt und wollten das einfach auch gerne gemeinsam erleben. Daß wir zudem aus unterschiedlichen Städten kommen und sich zu dem Zeitpunkt die Frage nach dem zukünftigen Ort des Zusammenlebens stellte, ein Umzug und “inländisches Auswandern” also für mindestens einen von uns beiden anstand, hat die Entscheidung dann noch mal erleichtert.

Wenn man also den üblichen Auswanderer-Checklisten so glaubt, dann sollten wir statistisch gesehen eigentlich ganz gute Karten haben: Die Arbeit können wir mitnehmen, sprachliche Grundlagen und Auslandserfahrung sind vorhanden und zu zweit sind wir auch noch. Falsch!

Wir sind zu Dritt!

 

 

 

Auswandern nach Mallorca- der Anfang

Januar 17th, 2012

Wo beginnt diese Geschichte einer Auswanderung nach Mallorca, die ja immerhin 2 Erwachsene Menschen, ein Patchwork aus 4 Kindern und einen kompletten Neuanfang in einem fremden Land beinhaltet? Das ist nicht leicht zu beantworten, zumal meine Sicht der Dinge sicher nicht in jedem Punkt die Sicht meiner Partnerin wiederspiegelt und die Kinder noch einmal eine ganz andere Perspektive dieses Projektes haben und haben werden als wir Erwachsene.

Jeder von uns hatte sicher andere Motivationen und Gründe, aber ich denke, unser gemeinsamer Nenner war, nicht die Vergangenheit zu verlassen, sondern hier auf Mallorca eine Zukunft zu suchen und zu gestalten. Wir haben also nicht Deutschland verlassen und schon gar nicht unser “altes Leben”, sondern hier eine Fortsetzung unseres Leben an einem Ort gewählt, der uns gefällt.

In den folgenden Beiträgen werde ich teileweise die üblichen Fragen und Themen behandeln, die eine Auswanderung generell so umfassen und Fragen beantworten, die einem sowieso dauernd gestellt werden und wurden (Was ja letztlich auch Anlass war, all das einfach hier aufzuschreiben, manchmal ausführlich, oft aber sicher auch nur als “Online-Notizblock”, um einen Eindruck oder etwas Inseltypisches festzuhalten…) Deshalb wird auch viel Alltägliches und konkretes hier zu finden sein. Zum Beispiel, wo man auf Mallorca Bio-Lebensmittel findet oder was ein Bier hier im Sa Gerreria-Viertel in Palma kostet.

Damit wir auch nicht jahrelang zurückblicken müssen, werde ich diese Geschichte einfach an dem Tag beginnen, an dem wir hier angekommen sind. Es soll unsere Zeit hier dokumentieren und einfach unterhaltsam, spannend und vielleicht eine Anregung für den einen und vielleicht auch eine Abschreckung für den anderen sein…

Viel Spaß also mit Ab-auf-die-Insel!